Dieser Bereich ist noch im Aufbau. Hier findet ihr demnächst weitere Informationen zu Praktika bzw. zur Volontärsarbeit vor Ort sowie die Berichte der Volontärinnen und Volontäre die bereits vor Ort im Luckyhill-Projekt gearbeitet haben.

Nachdem ich am 21. Januar 2009 meine mündliche Prüfung bestanden hatte, ging es für mich einige Tage später als frisch gebackene Reiseverkehrskauffrau nach Ghana. Nach meiner Ausbildung wollte ich gerne etwas völlig anderes und möglichst auch noch etwas Sinnvolles machen. So kam es dazu, dass ich im Internet nach den passenden Adressen suchte und irgendwann auf Kigha gestoßen bin. Die Vorbereitungszeit war sehr spannend und ging dann irgendwie schneller vorüber, als mir lieb war. Am Flughafen von Frankfurt bekam ich dann doch ein wenig schlotternde Knie, aber sobald ich dann im Flieger saß, wich der Angst die Aufregung und die Spannung auf alles, was da kommen mochte. Und da kam eine ganze Menge. In Accra wurde ich von Kingsley, seinem besten Freund und seinem älteren Bruder abgeholt. Er hatte noch einige Dinge in der Stadt zu erledigen und so sind wir quer durch Accra gefahren und meine Augen wurden immer größer. Aber es war genau so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Die ersten Tage nutzte ich zusammen mit Sabine, einer anderen Volontärin, die schon seit zwei Monaten in Ghana war (allerdings in anderen Waisenhäusern), um die Kinder und das Projekt kennenzulernen. Wir verliebten uns direkt in zwei neue Waisenjungs, die erst seit kurzem im Projekt waren. Da die beiden so gut wie nichts besaßen, fuhren wir gleich an einem unserer ersten Tage mit ihnen auf den Markt von Kasoa und kauften Hosen, Unterwäsche und Shirts für sie zum Anziehen. Die beiden staunten nicht schlecht über all das Chaos in Kasoa und zeigten ständig nur mit den Fingern auf alles, was sich bewegte.
Am Ende unserer ersten Woche kamen dann auch Diana und Dani an, die sich vorgenommen hatten, in den kommenden vier Wochen jede Menge neuer Schulbänke und Möbel für die Kinder zu bauen. Wir waren von Anfang an ein super Team und während die beiden ordentlich loszimmerten, machten Sabine und ich uns daran, den Zimmern einen neuen Anstrich zu verpassen. Das war eine sehr schweißtreibende Angelegenheit und ich habe an Stellen meines Körpers geschwitzt, an denen ich es niemals für möglich gehalten hatte, dass man da schwitzen könnte.
Abends saßen wir meistens in fröhlicher Runde beisammen, haben geholfen, die Kinder zu waschen, haben zusammen gelesen oder uns vorlesen lassen.
In den folgenden Wochen, in denen ich alleine im Projekt war, habe ich viel dabei geholfen, handgeschriebene Klausuren abzutippen, Zeugnisse zu schreiben und den älteren Kindern das Arbeiten am Laptop zu erklären. Sie waren völlig fasziniert von dieser „Maschine“ und hörten immer aufmerksam zu, wenn ich etwas erklärt oder gezeigt habe.
Nachdem ich mit den Kindern sehr oft Hausaufgaben gemacht oder mit ihnen zusammen lesen und schreiben geübt hatte, fand ich schnell heraus, welche Kinder speziell gefördert werden müssen und welche in der Schule schon ganz gut zurecht kommen. Ich habe dann einzelne Kinder aus dem Unterricht geholt und mit ihnen intensiv lesen und schreiben gelernt, weil wirklich einige dabei waren, die dies überhaupt nicht beherrschten und trotzdem schon die zweite oder dritte Klasse besuchten. An den Nachmittagen habe ich versucht, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen für die Kinder zu finden oder ihnen bei ihren teils schweren Hausarbeiten zu helfen. So haben wir oft zusammen das Geschirr der Schulkinder gespült, die Zimmer sauber gemacht und aufgeräumt, Karten gespielt, gemalt, Ball gespielt und vieles mehr. Die Kinder freuen sich über jedes bisschen Aufmerksamkeit und sind sehr dankbar dafür, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Leider wird mit ihnen im Alltag sehr ruppig umgegangen und so freuen sie sich sehr über ein paar liebe Worte und ein wenig Lob.
Einer der neuen Waisenjungen hatte in den ersten Wochen immer sehr offensichtlich schlimme Zahnschmerzen. Ein Blick in seinen Mund verriet, dass seine Zähne kreuz und quer und auch übereinander wuchsen und er dringend einen Zahnarzt sehen musste. So war ich mit ihm drei Mal in der Zahnklinik in Accra und habe mich mit der ghanaischen Bürokratie auseinander gesetzt. Letzten Endes waren alle überflüssigen und falsch stehenden Zähne gezogen und der kleine Abeku wieder glücklich. Allerdings erst, nachdem ich ihm versprochen hatte, dass wir da nie nie nie wieder hinfahren.
Des Weiteren war ich regelmäßig für die Kinder einkaufen. Pampers, Babylotion und Puder waren immer Mangelware und da die Frauen, die die Schule und die Waisenkinder betreuten, nur sehr wenig Zeit und schon gar kein Geld für solche Einkäufe hatten, habe ich das regelmäßig übernommen und konnte ihnen so eine große Freude machen.
Wenn ich heute an meine Zeit im Luckyhill Children´s Home zurück denke, bekomme ich richtig „Heimweh“. Die Kinder und auch die Erwachsenen im Projekt sind mir sehr ans Herz gewachsen du ich hatte eine sehr erlebnis- und erfahrungsreiche Zeit dort. Ich möchte keinen meiner Tage dort missen und würde jederzeit wieder nach Ghana gehen, um dort als Volontärin mit anzupacken.

Im Sommer 2008 beschlossen wir, ein Projekt in Ghana zu unterstützen. Als wir bei unserer Recherche im Internet auf KiGha stießen, war das für uns die richtige Adresse. Das Luckyhill: ein Waisenhaus im Aufbau, wo Hilfe an vielen Ecken und Enden gebraucht wird. Wichtig war einfach nur: Da können wir was tun!!! Unsere Telefonate mit Katja im Vorfeld gaben uns eine kleine Vorstellung von dem, was uns dort erwarten würde. Natürlich war es dann doch irgendwie ganz anders, aber so einmalig und unvergesslich, wie man es sich eben NICHT vorstellen kann, wenn man nicht selbst einmal dort gewesen ist.
Am 1. Februar 2009 saßen wir im Flugzeug. Ausgestattet mit Werkzeug – zumindest das, was sie uns beim Einchecken (wegen Übergewicht) gelassen hatten – viel Mut und viel Sonnenmilch.
Von den Volontären, die vor uns im Luckyhill waren, hatten wir gehört, dass es nicht schlecht wäre, den Kindern Schränke zu bauen, damit sie ihre Habseligkeiten unterbringen könnten. Also freuten wir uns schonmal darüber, dass wir – voraussichtlich – mit unseren (u.a.) handwerklichen Absichten dort etwas anfangen könnten.
Mit einem freundlichen Empfang von Kingsley und seinem Freund Justice starteten wir in eine erlebnisreiche Zeit. Wir zogen im Luckyhill bei Sabine und Dajana ins Zimmer ein, mit denen wir in den kommenden Wochen so ziemlich alles teilten: Essen, Trinken, Schlafen, Moskitonetz und -stiche, Medikamente, dreckige Füße :-) und allerlei Emotionen... Wir waren ein tolles Team!
Gleich am ersten Tag ließ Kingsley uns wissen, dass dringend 60 Schulbänke benötigt werden. Wow! Das ist viel! Und bald darauf fanden wir uns in der nächstgelegenen Kleinstadt in einer “Einkaufsstraße” für Holz und holziges wieder. Eine staubige Straße mit X kleinen Hütten, die schattenspendende Vordächer hatten zum Dasitzen, Aussuchen, Diskutieren und: Preise verhandeln – was dann auch schon mal einen halben Tag dauern konnte.
Mit 120 Brettern je 4 Meter Länge starteten wir am nächsten Tag das Schulbankprojekt. Zum Glück wurde uns Steven “the carpenter” zur Seite gestellt. Ein tüchtiger, ghanaischer Zimmermann, der uns mit aller Geduld die Elemente für die Bänke zurechtsägte.
Er sägte, wir hämmerten. Nach zwei Wochen hatten wir die 120 Bretter in 56 Schulbänke verwandelt. Heiß war´s!! Und anstrengend! Und Spass hatten wir! Und jede Menge Gesellschaft – in jeder Pause, nach dem Unterricht und manchmal auch währendessen. Die Kinder waren immer um uns herum. Wollten immer helfen, waren immer fröhlich.
Während wir unsere Zeit den Schulbänken widmeten sorgten Dajana und Sabine für die Gestaltung der Wohnräume. Mit bunten Farben wurde gestrichen und so verlor ein Raum nach dem anderen sein betongraues Antlitz.
An den Abenden spielte sich meist alles Leben auf dem Platz zwischen Wohn- und Waisenhaus ab. Kochen, Essen, Spielen, Singen – auch Hausaufgaben machen, Geschirr und/oder Wäsche waschen und auch für die Sonntagsmesse Kleider bügeln. Alle machten immer irgendwas.
Natürlich gibt es neben den Kindern auch die Erwachsenen, die Tag und Nacht dafür Sorge tragen, dass alles irgendwie funktioniert. Für über dreihundert Schulkinder wird an 5 Tagen in der Woche auf einer Feuerstelle gekocht. Dafür sorgt Gloria, die darüber hinaus auch das Waisenhaus mit Essen versorgt – vom Einkauf bis zur Essensausgabe, täglich. Dabei hat sie 4 eigene Kinder, die mit ihr hier leben. Dann gibt es im Waisenhaus natürlich Berge von Wäsche, die täglich bewältigt werden müssen (ohne Waschmaschine)... Celina zeigt gerne, wie man richtig mit der Hand wäscht und kümmert sich rund um die Uhr um die ganz Kleinen, die sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge benötigen als die großen Kinder, die schon mithelfen können. Und Kingsley ist ständig damit beschäftigt, Dinge voranzutreiben: Er ist Schuldirektor, Waisenhaus-”Vater”, Bauleiter, und Ansprechpartner für alle Kleinigkeiten des Alltags zugleich. Bemerkenswert, was die Menschen hier jeden Tag leisten!
Unser nächstes Projekt waren Stockbetten und besagte Schränke für die Kinderzimmer. Dem voraus ging wieder ein ausgiebiges Einkaufszeremoniell bei “Lady Africa” – so hieß die Dame, die uns das Holz verkaufte. Frauen sind in Ghana übrigens sehr selbstbewußt. Dass Frau auch zimmert, ist zwar eher ungewöhnlich – hat aber oft auch für unterhaltsamen Gesprächsstoff gesorgt :-)
An das “harte Gebälk” hätte eigentlich die mitgebrachte Stichsäge ran gemusst. Und auch der Akkuschrauber wäre so gerne zum Einsatz gekommen. Aber der Mangel an Strom und nicht zuletzt an Kreuzschrauben, riefen Steven regelmäßig wieder auf den Plan. Der war inzwischen unter anderem auch noch mit den Dacharbeiten am Schulgebäude zugange und half Samuell – einem anderen Handwerker – bei den Vorbereitungen zum Stellen eines dritten Wassertanks. Dieser Wassertank soll in Zukunft das Badezimmer versorgen, wenn die Leitung mal wieder trocken liegt. Um den Tank in entsprechender Höhe zu platzieren (um auf Pumpe und damit auf Strom verzichten zu können), wurden in den folgenden Tagen Fundament und Stahl-/Betonstützen mit Plattform gebaut.
Wenn die Kinder aus der Schule kamen, halfen sie beim Beton anrühren und verteilen oder beim Schleifen vom Holz für die Betten. Und immer wieder trugen sie – was auch immer – auf ihren kleinen Köpfen (für uns unvorstellbar und absolut nicht zum Nachahmen geeignet, wenn nicht geübt).
Nach und nach füllten sich die Kinderzimmer mit Betten und das Holz für die Schränke war auch schon da. Hier noch ein Regal, da noch ein paar Schulschränke – ohne Steven hätten wir das nie hinbekommen. Wir fragen uns heute noch, wie man wochenlang – fast ohne Unterbrechung – Tag für Tag sägen kann... aber wir fragen uns auch, wie man wochenlang – fast ohne Unterbrechung – Tag für Tag hämmern kann. Der arme Daumen von Diana wurde gleich mehrfach getroffen und bringt noch heute – 8 Wochen danach – schillernde Farben zum Vorschein. (“Deh seit aus!”)
Wie dem auch sei: Es geht! Und es ist ein überwältigendes Gefühl am Ende zu sehen, was man in so kurzer Zeit alles bewirken kann. Man muss es einfach nur machen!!
Und natürlich haben wir uns mächtig in die Kinder verliebt! Die Stimmung im Luckyhill ist einfach Klasse. Da kümmern sich die Großen um die Kleinen, bauen sich gegenseitig auf, und mit dem Wenigen was sie haben, sind sie zufrieden. Natürlich könnte es ihnen besser gehen, da im Heim noch vieles fehlt... wie z.B. sanitäre Anlagen. Doch man merkt, dass sie froh sind, nicht alleine zu sein und stützen sich gegenseitig. Wir haben in unserer Zeit im Luckyhill gelernt, dass man mit kleinen Dingen Großes tun kann – und wir danken allen, die zum Gelingen dieser Projekte beigetragen haben.
Wir wollen bald wieder hinfliegen... Diana und Dani.

„Coconutwwweeeeee“ (Junior, 2 Jahre) Mit diesem Spruch wurden wir jeden Tag geweckt. Welch schöner Beginn! Die Sonne scheint auf die staubigen Straßen Westafrikas....ghana to be precise. Weit und breit grüne Landschaften, vereinzelte Gebäude, unglaubliche Stille...nur die leichte Brise ist in den Blättern der Bäume zu hören. Und das Kind. Junior. „Daddy daddy!“ Und da kommt auch schon der Ersatzpapa auf das Gelände des luckyhill childrens home geeilt. Trotz seiner vielen Verpflichtungen schließt er freudig das Kind in seine Arme...oder auch um seine Füße. Und da ruft er uns auch schon ein „gooodmooooorninnngggg how aree weeeee?!“ entgegen.
Insgesamt waren wir fünf Wochen lang in Ghana, wovon wir zwei Wochen im Luckyhill Children's Home verbracht haben. In dieser Zeit haben wir verschiedene Freizeitaktivitäten mit den Kindern durchgeführt. Trotz des meist etwas chaotischen Ablaufs hatten alle Beteiligten ziemlichen Spaß daran- und wir hatten so Gelegenheit, die Kinder und Lehrer besser kennen zu lernen. Meistens hatten wir Kinder verschiedener Altersstufen und Klassen gemischt, so dass alle mal mitmachen konnten.
Jeder Freitag ist für Freizeitaktivitäten an der Schule vorgesehen, das heißt es wird meistens Fußball gespielt. Um den regulären Unterricht nicht zu unterbrechen haben wir daraufhin am ersten Freitag mit unseren Angeboten begonnen.
Als erstes standen Freundschaftsbändchen und Gipsmasken auf dem Programm. Dazu hatten wir beide uns aufgeteilt, sodass wir beides gleichzeitig anbieten konnten. Aufgrund der großen Anzahl an Kindern und Lehrern die mitmachen wollten, war der Ablauf dann relativ chaotisch, allerdings mit schönen Ergebnissen und viel viel Spaß. Lustig war, dass die Kinder anfänglich Angst vor den Gipsmasken hatten und die (männlichen) Lehrer sich an den Freundschaftsbändchen versuchten. Kingsley fand die Idee Freundschaftsbändchen zu machen sehr schön und hat vor, das an kommenden Freitagen erneut anzubieten. Tagsüber fand man überall Fäden und abends immer noch Kinder die knüpften.
Am darauffolgenden Tag halfen wir das unfertige Gebäude, das Platz für weitere Klassenräume bieten soll, weiter zu bauen – unpraktischerweise in der Mittagssonne :) Als wir unsere Hilfe anboten, was die Arbeiter ein bisschen komisch fanden und uns darauf hinwiesen, dass damit unsere Kleidung schmutzig werden würde, kamen auch gleich die ganzen Kids, die gerade an der Schule waren und keinen Unterricht hatten, angelaufen und mit großer Begeisterung halfen wir gemeinsam, die Stützpfeiler des Gebäudes mit Zement zu füllen und diesen auch anzurühren. Sehr verblüffend war es für uns zu sehen mit wieviel Elan, Ausdauer und Geschick die Kinder, vor allem auch die jüngeren, große und sehr schwere Zementschüsseln auf ihrem Kopf transportieren können und auch noch nach längerer Zeit munter waren und Spaß dran hatten in ihrer Freizeit am Bau der Schule mitzuwirken. Den restlichen Tag verbrachten wir damit, mit Gloria und den Kindern zusammen zu sitzen und uns erklären zu lassen, wie man ghanaisch kocht.
Zusammen mit Antje, die inzwischen zu uns gestoßen war, entschieden wir in Absprache mit Kingsley, der Schule einen neuen Anstrich, also eigentlich überhaupt einen, zu verpassen :) Dazu fuhren wir nach Accra um Whitewash, Farbe, Pinsel, Eimer, Rollen etc. zu besorgen. Schneller als man sich versieht, kann dafür auch gleich mal ein ganzer Tag draufgehen...oder auch mehrere, wenn man was vergisst :) Als wir dann letztendlich voll ausgerüstet waren, ging es auch schon los. Mit tatkräftiger Unterstützung vieler Kinder, begannen wir den Whitewash aufzutragen. Das hat den Kindern großen Spaß gemacht und Rollen und Pinsel waren heiß begehrt. Die nächste Herausforderung war es, eine gerade Linie (wir wollten in zwei verschiedenen Farben streichen) um die Schule, die auf ungeradem Untergrund steht und in sich auch schief ist (mit Fenstern auf ungleicher Höhe), zu ziehen. Das ganze geschah natürlich mit ständigem Publikum, in Form von ungefähr 200 Kindern, die gerade Pause hatten und uns fasziniert beobachteten. Als das geschafft war, konnten wir zum spaßigen Teil übergehen, nämlich die Schule bunt anstreichen! Schneller als wir dachten, strahlte sie uns in „Ivory“ (oben) und „Sky Blue“ (unten) entgegen, wie auch viele Kinder, die es geschafft hatten nicht nur die Schule anzumalen :) Leider haben wir es nicht mehr geschafft, die Gitter, Türen und Fensterrahmen zu lackieren, obwohl wir die Farbe dafür schon besorgt hatten. Vielleicht hat Antje das gemacht?! Wenn nicht, können sich ja unsere Nachfolger künstlerisch betätigen :)
Als an einem der folgenden Tage die Lehrerin des Kindergartens erkrankte, bat uns Kingsley, uns mit den kleinsten Kindern zu beschäftigen, was wir gerne taten :) Problem dabei war, dass die Kinder im gleichen Raum wie die 1. Klasse sitzen und wir dort keine Spiele spielen konnten um den Unterricht nicht zu stören. Also haben wir alle Kinder im Alter von ungefähr 2 bis 5 Jahren mit nach draußen unter den Baum genommen, um dort „Faules Ei“ zu spielen und die Kinder mit Seifenblasen, Wasserbällen und deutschen Kinderliedern (Englisch hätten sie auch nicht verstanden :) ) zu belustigen. Dies war für uns doch ziemlich anstrengend, da wir es nicht gewohnt sind auf sooo viele kleine Kinder aufzupassen, die uns nicht verstehen konnten und die auch wir nicht verstehen konnten. Aber insgesamt hat es doch viel Spaß gemacht und war mal eine andere Erfahrung.
KiGha hatte uns gebeten, mit den Waisenkindern zusammen Kalender zu gestalten, also Bilder malen und basteln. Dafür hatten wir aus Deutschland buntes Tonpapier, Schablonen, Buntstifte, Scheren, Klebestifte und Papier mitgebracht. Der Erfolg war allerdings mäßig..:) Viele Kindern hatten offensichtlich noch nie in ihrem Leben ein Bild gemalt und viele wussten nicht wie sie mit den Utensilien umgehen sollten. Auch war es anscheinend ungewohnt für sie, ihre eigene Kreativität und Fantasie umzusetzen, ohne jegliche Vorgaben zu haben. Ein weiteres Problem war die Kommunikation zwischen den Kindern und uns, da viele schlechtes Englisch sprechen und wir die lokale Sprache Twi nicht beherrschen. Am Ende gab es ein paar Kinder, die doch Spaß daran fanden, allerdings war dann nicht mehr genügend Zeit vorhanden und im Großen und Ganzen kann man die Bilder leider nicht wirklich für einen Kalender verwenden.
Am letzten Tag hatten wir noch einen letzten Programmpunkt: Batik! Eigentlich hatten wir vorgehabt, dieses Angebot schon früher durchzuführen, jedoch kam immer etwas dazwischen oder wir hatten noch nicht alles, was dazu benötigt wird, parat. Da man mit den Farben vorsichtig umgehen muss und sie nicht an die Haut gelangen sollten, war unsere Zielgruppe diesesmal die oberen Klassen. Jeder Teilnehmer bekam ein Stück Stoff, sowie Schnur und Stock und konnten ihr Stück Stoff nach ihrem Wunsch gestalten. Das hat allen viel Spaß gemacht und auch die Kindergartenlehrerin und Gloria waren voll dabei. Die Ergebnisse sind super schön geworden und die Kinder waren sehr stolz auf ihr gefärbtes Tuch, das manche gleich als Kopftuch nahmen :)
Dann war unsere Zeit auch leider schon zu Ende und wir machten uns auf den Weg nach Accra. Wir haben die Zeit im Luckyhill Children's Home sehr genossen und haben uns sehr willkommen gefühlt! Kingsley ist sehr fürsorglich, jedoch auch sehr beschäftigt, trotzdem stand er uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und war immer offen für Vorschläge und Anregungen. Während unseres Aufenthaltes haben wir ihn, Gloria und natürlich die Kinder sehr lieb gewonnen und hoffen, sie so bald wie möglich wieder besuchen zu können.
Wir haben gesehen, dass sehr viel Arbeit in dem Projekt steckt, dass sich jedoch auch schon viel getan hat und ständig Fortschritte zu sehen sind! In jedem Fall freuen wir uns, durch unseren Aufenthalt zu diesem so wichtigen Prozess beigetragen zu haben und bedanken und ganz herzlich dafür, dass wir über KiGha die Chance hatten, einen Einblick in ein solches Projekt zu gewinnen.
Danke!

Von Accra – Ghanas geschäftiger Hauptstadt – sind es circa 35 Kilometer Fahrt, bis in westlicher Richtung am linken Straßenrand ein handgemaltes Schild erscheint auf dem steht: „Luckyhill International School & Children's home“. Für diese Strecke braucht man übrigens in einem der überfüllten ghanaischen Kleinbusse fast eine Stunde.
Als ich dort – wenige Tage nach meiner Ankunft in Afrika – ankam, konnte ich kaum fassen, was ich sah. Wie, fragte ich mich, sollen in dieser Baustelle mitten im Nirgendwo Kinder unterrichtet werden? Für jemanden, der seine Bildung in Europa genießen durfte, ist es tatsächlich zunächst kaum vorstellbar, wie eine Grundschule in zwei nackten Beton- Gebäuden ohne Strom, Wasser und andere – für uns so selbstverständliche – Dinge überhaupt existieren kann.
Tatsächlich fehlt es in dieser Schule an so vielem, dass man es kaum fassen kann. Der erste Schock ist jedoch schnell überwunden, wenn man sieht, was an diesem Ort bereits geleistet wurde und jeden Tag geschieht. Seit 2003 steckt der Leiter der Schule und des Waisenhauses, Kingsley Ashun, jede Minute und jeden Cedi [das ist die ghanaische Währung], der ihm zur Verfügung steht in dieses Projekt. Als er vor einigen Jahren die ersten Waisenkinder bei sich zuhause in Accra aufnahm, konnte er noch nicht ahnen, wie viele Mädchen und Jungen in der Umgebung dringend Hilfe benötigen. Heute besuchen fast 200 Kinder die „Luckyhill International School“. 32 davon wurden von ihren Eltern verstoßen, 28 sind Vollwaisen. Für alle Kinder ist die Schule bereits heute zu einem Ort der Zuflucht geworden. Hier lernen sie nicht nur schreiben, lesen und rechnen. Hier bekommen sie ein Mittagessen und finden Lehrer, die ein offenes Ohr für ihre Probleme haben. Davon haben sie trotz ihres unschuldigen Alters viel zu viele. Die meisten Kinder werden zuhause eher ‚geduldet’ als geliebt und müssen so hart arbeiten, dass für Schulaufgaben und Spielen kaum Zeit bleibt. Kingsley, sechs LehrerInnen und seine Schwägerin, die Schulköchin Gloria, geben jeden Tag ihr Bestes um diesen benachteiligten Kindern zu helfen. Als erste Freiwillige, die länger in der Schule war, konnte ich mir ein Bild machen, wie vielseitig diese Hilfe ist. Ich hatte weder eine Vorstellung davon, wie schwer es ist, Reis für über 200 Menschen über einem offenen Feuer zu kochen, noch habe ich jemals darüber nachgedacht, wie ich die Funktion des Herzens in einer fünften Klasse nahezu ohne Bild- oder anderes Anschauungsmaterial erklären soll. Manchmal brauchte ein Kind einfach nur ein Pflaster auf dem Knie, manchmal musste es ein schweißtreibendes Fußballmatch sein.
Während meiner Zeit in Ghana habe ich viel gelernt. Nicht nur über Kultur und Geschichte des westafrikanischen Landes, sondern auch über zwischenmenschliche und interkulturelle Zusammenarbeit. Ich konnte mich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass die Sach- und Geldspenden, die bisher in Deutschland gesammelt wurden, dort angekommen sind, wo sie hin sollten. Ich möchte dafür im Namen von Kingsley und allen LehrerInnen und Kindern nochmal vielen, vielen Dank sagen. KiGha e.V. leistet Hilfe zur Selbsthilfe, und darauf können alle Beteiligten stolz sein!
Eines der neusten Projekte ist ein Schulgarten, in dem die Mädchen und Jungen ihr eigenes Obst und Gemüse anbauen können. Die nächsten Projekte werden der Ausbau eines der bestehenden Häuser zum Waisenhaus, der Neubau eines Gebäudes mit Klassenräumen und eine individuellere Förderung der einzelnen Kinder sein.